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Der Jahrhundertfotograf

Der Besuch einer Fotoausstellung als Quelle der Inspiration.

Seit meine Leidenschaft für die Fotografie erstmals aufbrannte gab es viele Fotografen, deren Werk mich bis heute fasziniert und inspiriert.

Richard Avedon, Peter Lindbergh, Helmut Newton, Ellen von Unwerth, Annie Leibowitz, Herb Ritts, Kristian Schuller, Martin Schoeller und allen voran David LaChapelle. Einer der ersten großen Inspirationen war jedoch Irving Penn, dessen Oeuvre ich erstmals während meiner Ausbildung kennen lernte und das mich seitdem begleitet.

Als sich mir nun die Gelegenheit bot seine Arbeit im Rahmen einer Ausstellung bewundern zu dürfen, überlegte ich nicht lange, schnappte mir Heidi und machte mich mit ihr schnellstmöglich auf den Weg dorthin.


Der Fotograf


Penn gehört unbestritten zu den bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Der gelernte Designer erlebte seinen Durchbruch in den 40ern als Modefotograf in New York City, wo er u.a. für die Vogue fotografierte. Schon früh gründete er sein eigenes Fotostudio, in dem er Portraits berühmter Filmschaffender, Musiker, Sportler und Künstler anfertigte. Mit einem mobilen Studio reiste er auch um die Welt und portraitierte sowohl Ureinwohner, wie auch das einfache Proletariat. Stillleben gehörten ebenfalls zu seinem Repertoire, wie Aktaufnahmen.

Die Essenz seiner Arbeit liegt dabei in ihrer Simplizität. Schlichte Posen, mit Tageslicht belichtet vor einem einfarbigen Hintergrund und das fast ausschließlich in schwarz-weiss. Der einfache Bildaufbau, wie auch die schnell erkennbare Komposition resultieren letztlich darin den Fokus des Betrachters ganz auf das Wesentliche der dargestellten Person zu richten, die mit all ihren Eigenschaften, ohne viel Pomp auf eine ehrliche und offenbarende Art gezeigt wird.

Ich will jetzt allerdings nicht zu sehr Penns Werk analysieren, geschweige denn Wikipedia rezitieren. Mein Vorschlag wäre es einfach mal seinen Namen in die Google Bildersuche einzugeben und sich selbst zu überzeugen, oder noch besser die Ausstellung zu besuchen.


Die Ausstellung


In Bezug auf Penns Schaffen waren mir primär seine Modeaufnahmen, sowie die Portraits berühmter Persönlichkeiten vertraut, welche ich bis zum Besuch der Ausstellung nur in diversen Bildbänden zu sehen bekommen hatte. Als ich also gemeinsam mit Heidi die Ausstellungsräume betrat war ich nicht nur überwältigt, sondern auch überrascht.

Die Ausstellung, welche vom Metropolitan Museum of Art und der Irving Penn Foundation kuratiert wird, umfasst rund 240 Exponate. Diese werden auf eine wahrhaft eindrucksvolle Art präsentiert. Die teils großformatigen Fotografieren hängen an einer anthrazitfarbigen Wand und werden individuell beleuchtet. So steht jede Aufnahme für sich, was es dem Betrachter ermöglicht sich mit dieser intensiv auseinander zu setzen ohne abgelenkt zu werden.

Man erhält zusätzlich einen umfassenden Einblick in die enorme Bandbreite von Penns Arbeit. Neben den bekannten Portraits und Modeaufnahmen, zeigt die Ausstellung auch Stillleben, Aktaufnahmen und die Portraits von einfachen, arbeitenden Menschen, sowie eine facettenreiche Serie mit Aufnahmen von Ureinwohnern aus unterschiedlichen Ländern. Diese Vielseitigkeit in seinem Werk war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.

Auch der technische Aspekt wird den Besuchern näher gebracht. Mit Erstaunen durften wir feststellen, dass Penn fast ausschließlich mit Tageslicht arbeitete und außerdem der kreative Teil seiner Arbeit nicht mit dem Betätigen des Auslösers endete. So experimentierte er bei der Entwicklung der Aufnahmen mit unterschiedlichen Chemikalien, Belichtungen und Materialien um so ein reichhaltiges Spektrum an Ergebnissen zu erhalten.


Die Inspiration


Im Anschluss an die Ausstellung folgte erst mal ein Kaffee und unser Fazit. Dieser Mann war nicht nur ein herausragender Fotograf, er war ein Künstler, dessen Werke inspirieren. Doch lässt sich die Art seiner Fotografie überhaupt mit unserer Arbeit vereinbaren? Mal abgesehen davon, dass wir uns hinsichtlich unseres Könnens nicht annähernd auf einer Höhe mit Irving Penn befinden, stellt sich die Frage ob der künstlerische Gedanke in einem kommerziell orientierten Unternehmen Platz hat. Abgesehen davon sind wir Dienstleister, die für Kunden arbeiten, welche bestimmte Vorstellungen und Wünsche haben. Diese müssen wir selbstverständlich respektieren. Uns wurde auch klar, dass wenn wir versucht wären unsere Kunden im Stil von Penn zu fotografieren, diese das Ergebnis sehr wahrscheinlich nicht akzeptieren würden. Das ist vielleicht erst mal eine ernüchternde Tatsache, allerdings ist es auch nachvollziehbar.

Sich inspirieren zu lassen bedeutet nicht das Werk eines Künstlers zu kopieren. Man lässt sich vielmehr von diesem anregen und erhält einen erfrischenden Anstoß, neue Denkansätze und den Mut einfach mal etwas zu probieren. Gegen Bezahlung einen Dienst zu leisten, ist nicht gleichzusetzen mit dem Verzicht auf Kreativität. Kommerz schließt Kunst nicht aus, insbesondere nicht in der Fotografie. Die Kunden erwarten letztlich auch kreative Ideen von ihrem Fotografen.

Zur Routine und reinem "Geld verdienen" wird es letztlich nur wenn man das selbst zulässt und die gelegentliche Inspiration hilft, dass dies nicht passiert.

Daher empfehle ich auch jedem Fotografen – ob Hobby- oder Amateurfotograf, den Besuch dieser Ausstellung. Infos zu dieser findet ihr übrigens hier

Ich wünsche euch ein inspirierendes Erlebnis.


Liebe Grüße,

David



Veröffentlicht in IrvingPenn, Fotografie, Fotoausstellung, Inspiration, Kunst, Gedanken am 05.06.2018 17:42 Uhr.

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